Morbus Bechterew

Was sind Biologika / Biologicals / TNF-Blocker und was bewirken sie?

Biologika / Biologicals haben ihren Namen von der gentechnischen Herstellung aus biologischem Material. Der Name TNF-Blocker (TNF-Alpha-Blocker) rührt von einem speziellen entzündungsfördernden Botenstoff des Körpers, den sie blockieren.
Die Biologika sind die derzeit stärksten zur Verfügung stehenden Medikamente zur Hemmung der Entzündung und der falschen Abläufe im Immunsystem. Wohlgemerkt: auch sie korrigieren nicht den Fehler an sich! Sie verhindern sozusagen an einer sehr hohen Instanz im Ablauf der Immunreaktion den Ablauf der Entzündungsreaktion. Sie blockieren die Immunabwehr global und damit auch den Vorgang der Entzündung, nicht nur de rheumatischen Entzündung.

Die Abwehr – vor allem gegen bestimmte Infektions-Erreger – ist global geschwächt unter einer Therapie mit Biologika. Biologika werden eingesetzt, wenn eine sehr starke rheumatische Entzündungsaktivität im Körper ist, mit entsprechenden starken Schmerzen, und wenn die Einnahme von NSAR (bzw. bei Gelenkbeteiligung auch einer Basistherapie) nicht ausreichend wirkt und daher ein zu schnelles Voranschreiten des Morbus Bechterew befürchtet werden muss.
 

Biologika werden gespritzt bzw. als Infusion gegeben. Die Entscheidung zur Art der Therapie, die Verordnung und die Durchführung der Therapie mit Biologika liegen in der Hand des Rheumatologen.

Bevor man eine Biologika-Therapie beginnt, muss auf eine eventuell versteckte, alte TBC getestet werden – denn diese könnte nach Beginn der Therapie (wieder) ausbrechen.
 
Biologika bewirken bereits Stunden bis Tage nach Biologika bewirken bereits Stunden bis Tage nach der Injektion (Enbrel oder Humira) bzw. Infusion (Remicade) eine erhebliche Verminderung der Entzündungsaktivität (am Laborwert CRP gut erkennbar) und der Schmerzen. Dieser Effekt hält immer eine bestimmte Zeitlang an, bis die nächste Injektion/Infusion gegeben werden muss.

Auch bei den Biologika gilt, was unter dem Kapitel der Basistherapie gesagt wurde: Arzt (Rheumatologe!) und Patient schließen hier ein Arbeitsbündnis – beide haben daraus Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten. Eine Dauertherapie mit Biologika muss besonders sorgfältig überwacht werden.

Vor eventuellen Operationen muss (nach jetzigem Wissenstand) eine kurze Pause mit der Biologika-Therapie eingelegt werden, um Komplikationen der Heilung zu verhindern. An Nebenwirkungen wird – abgesehen von der allgemeinen „Immunschwächung“ und Wundheilungs-Behinderung – auch in einzelnen Fällen von der Auslösung schwerer anderer Autoimmunerkrankungen berichtet (MS, Lupus erythematodes bzw. Lupus-like Syndrom). Befürchtungen über ein verstärktes Auftreten von Krebserkrankungen unter Biologika konnten bisher nicht belegt werden.