Morbus Bechterew

Heilstollen Einfahrten

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Schreiben von Präsident Josef Wibner an die Sozialversicherungen.

Sehr geehrter Herr Generaldirektor Dr. Pinggera!
Sehr geehrter Herr Chefarzt Dr. Skoumal!

Die Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew ist eine ausschließlich ehrenamtlich geführte Selbsthilfeorganisation mit über 1 600 Mitgliedern die das Ziel verfolgt, Bechterew-Betroffenen das tägliche Leben auf verschiedenen Ebenen zu erleichtern und die Interessen dieser unheilbar chronisch kranken Menschen zu vertreten. Bitte erlauben Sie, dass ich mit einem für Bechterew-Patienten sehr wichtigen Anliegen an Sie herantrete.

Wir bekommen nun viele Anfragen von Bechterew-Betroffenen, wann die für sie so wichtigen Kuraufenthalte mit Heilstolleneinfahrten wieder möglich sein werden. Wie wir aus vielen Erfahrungsberichten wissen, bedeutet eine Heilstollenkur für die Bechterew-Betroffenen für das darauffolgende Jahr signifikant geringere Schmerzen, damit eine leichtere Bewältigung des Arbeitsalltags, sowie eine Teilnahme am Gesellschaftlichem Leben und vor allem eine erhebliche Reduktion der Medikamenteneinnahme (was ja auch ein Kostenfaktor für das Gesundheitssystem ist). Ich habe die Expertenberichte bezüglich Covid-19 verfolgt und auch von Rheumatologen (die dem Heilstollen in keinster Weise nahestehen) wurde mir kommuniziert, dass Rheumapatienten nicht automatisch zur Risikogruppe gehören.

Wie mir von Betroffenen mitgeteilt wird, kursieren zu diesem Thema inzwischen die wildesten Gerüchte. Damit ich unseren Mitgliedern seriöse Auskunft geben kann möchte Sie daher bitten mir mitzuteilen, welche (auch für den einfachen Patienten nachvollziehbare) Maßnahmen die PVA plant und ab welchen Datum (natürlich unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsauflagen) Kuraufenthalte mit Heilstolleneinfahrten wieder durchgeführt werden.

Ich bedanke mich für ihre Mühe recht herzlich und verbleibe
Josef Wibner

Der Brief im Original ist als Download hier abrufbar.

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Antwort von PVA Chefarzt Dr. Martin SKOUMAL

Sehr geehrter Herr Wibner!

Innerhalb der Sozialversicherungsträger PVA, ÖGK, BVAEB und SVS gibt es keine unterschiedliche Sichtweise. Aufgrund der derzeitigen COVID Situation ist es aufgrund unserer Risikoeinschätzung leider nicht möglich, bis auf weiteres Stolleneinfahrten zu genehmigen. Uns ist bewusst, dass diese Maßnahme sowohl von Patient*innen, als auch dem Betreiber als schmerzlich empfunden wird und mittlerweile leider sehr emotional besetzt ist. Die Risiko/Nutzen Abwägung ist nach reiflicher Diskussion leider zu Ungunsten des Stollens ausgefallen.
Die GVA oder Rehabilitationsmöglichkeiten stehen jedoch trotzdem bei Notwendigkeit einer Maßnahme selbstverständlich zur Verfügung, jedoch ohne Stolleneinfahrt. Nachdem die Bewegungstherapie einen sehr hohen wissenschaftlichen Evidenzgrad aufweist, können die Sozialversicherungsträger allen Patient*innen mit M.Bechterew eine qualitativ hochwertige und evidenzbasierte Therapie anbieten.

Mit freundlichen Grüßen
Chefarzt
Dr. Martin SKOUMAL
Leitender Arzt

Brief vom Altpräsidenten Ing. Paul Poceck an die PVA vom Juli 2020

Sehr geehrter Herr Generaldirektor Dr. Pinggera, Sehr geehrter Herr Chefarzt Dr. Skoumal

Die Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew ist eine ausschließlich ehrenamtlich geführteSelbsthilfeorganisation mit über 1 600 Mitgliedern die das Ziel verfolgt, Bechterew-Betroffenen das tägliche Leben auf verschiedenen Ebenen zu erleichtern und die Interessen dieser unheilbar chronisch kranken Menschen zu vertreten.
Die „Corona-Pandemie“ hat für uns alle vorübergehend große Veränderungen und Einschränkungen unseres täglichen Lebens gebracht. Ich weiß von vielen Mitgliedern, dass man die behördlichen Vorgaben und Restriktionen sehr ernst genommen hat.
Jetzt nehmen die Gesundheitsbehörden schrittweise die angeordneten Einschränkungen zurück.
Die Infektionszahlen sind gut und z.B. die Wiederherstellung der weitgehenden Reisefreiheit innerhalb der EU ist ein großer Schritt Richtung „Normalität“. Wir bekommen nun viele Anfragen von Bechterew-Betroffenen,
wann die für sie die so wichtigen Kuraufenthalte mit Heilstolleneinfahrten wieder möglich sein werden.
Wie wir aus vielen Erfahrungsberichten wissen, bedeutet Heilstollen für die Bechterew-Betroffenen weniger Schmerzen und vor allem eine erhebliche Reduktion der Medikamenteneinnahme (ist auch ein Kostenfaktor
für das Gesundheitssystem).
Damit ich unseren Mitgliedern seriöse Auskunft geben kann möchte Sie daher bitten mir mitzuteilen, welche Maßnahmen die PVA plant und ab welchen Datum (natürlich unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsauflagen) Kuraufenthalte mit Heilstolleneinfahrten wieder durchgeführt werden.

Ich bedanke mich für ihre Mühe recht herzlich und verbleibe mit freundlichen Grüßen Paul Pocek

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Da sich die Entwicklung derzeit noch nicht absehen lässt und auch die Rehaeinrichtungen mit positiven COVID-19 Fällen konfrontiert sind, werden bis 30.9.2020 keine Aufenthalte in Heilstollen bewilligt.

Chefarzt
Dr. Martin SKOUMAL
Leitender Arzt