Morbus Bechterew

Ein Team

jugend

FH Campus Wien – Hochschule

Wie jedes Jahr kam auch heuer die Einladung und Anfrage von der Direktorin Frau MEd Monika Zettel-Tomenendal und Frau Magister Bettina Bachschwöll aus Österreichs größter Fachhochschule in Wien Favoriten, ob wir mit einer kleinen Gruppe der Morbus Bechterew Betroffenen, den Studierenden an 2 Tagen zur Verfügung stehen würden.
Ziel dieser Einladung war die angehenden Ergotherapeuten für dieses Thema zu sensibilisieren und direkt mit Betroffenen in Kontakt zu treten.

Am Montag den 13. Jänner fanden sich Frau Regina und Herr Helmut Rupprechter, Herr Hans-Dieter Schultze, Herr Johann Gabriel, Frau Maria Nimführ und Frau Susanne Hecl in der Aula der Fachhochschule ein. Frau Bettina…. geleitet uns in den Raum wo die angehenden Ergotherapeuten der 3. Klasse schon ganz gespannt auf uns warteten.

13 jungen Frauen und 3 junge Männer blickten uns interessiert an. Was käme jetzt wohl auf sie zu, dachten sie sicherlich. Aber das Eis war schnell, durch eine nette Vorstellrunde, gebrochen und so konnte es losgehen.
Es wurden jedem von uns, 3 Studierende zugeteilt und jeder von ihnen musste uns, als Laie, den BegriffErgotherapie erklären. Es war interessant zu hören, dass von 3 verschiedenen Therapeuten 3 verschiedene Erklärungen bzw. Sichtweisen erzählt oder gesehen wurde. Wir hingegen mussten anschließend ein Feedback an die Studierenden abgeben, wie das gesagte bei uns ankam.

Konnte es gut erklärt werden?
War die Stimmlage in Ordnung?
Wie war die Gestik und die Mimik?
Würde ich mich als Patient bei dem Therapeuten wohl fühlen?

Die anschließende Rätselrunde war äußerst lustig und sehr interessant. Die Studierenden bekamen den Auftrag, uns, aufgrund unseres kurzen Vorstellens und bloßen Betrachtens, einzuschätzen. Welche Hobbies wir haben, mit Kindern oder Kinderlos, Haustiere, Beruf usw.

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Anschließend mussten wir als Betroffene uns überlegen was wir den Studierenden mit auf den Weg geben wollen. Was man sich als Patient von einem Therapeuten wünscht und was nicht.
Dann durften uns die Studierenden Fragen stellen.

Wann bekamen wir die Diagnose MB und wie sind wir mit der Diagnose umgegangen?
Wie lange war unser vorheriger Leidensweg?
Wie hat unser Umfeld reagiert?
Bekamen wir Hilfe angeboten oder zogen sich die Menschen von uns zurück?
Welche Einbußen in unserem Leben hatten wir?

Was konnten wir nicht mehr machen oder wie lösten wir gewisse Schwierigkeiten?
Die Studierenden hatten viele Fragen auf Lager und scheuten sich nicht sie zu stellen. Das Eis war jetzt endgültig gebrochen. Viel zu schnell war die Zeit um, wir traten den Heimweg an und freuten sich schon auf die nächste Woche. Nächsten Montag holten uns zwei Studierende aus der Aula ab und zeigten uns dieses Mal einen anderen Weg in dem uns bekannten Raum.

An diesem Nachmittag wurde eine Liste erstellt welche Übungen wir als Betroffene gerne machen würden.
Wieder wurden die Studierenden in 3er Gruppe aufgeteilt und uns zugeteilt. Es gab verschiedene Stationen,
wie z.b. Paraffinpackung für die Hände, Hilfswerkzeug, um den Alltag leichter zu bewerkstelligen,Schulterübungen zum Entspannen der Schultern, Spiraldynamik für den Rücken, Sensibilisierung der Hände.

Wenn man Übungen aus gesundheitlichen Gründen nicht ausführen konnte, wurde von den Studierenden
immer eine Alternative gebracht. Die Studierenden waren genauso mit Begeisterung dabei wie wir.

So ging auch dieser Nachmittag zu Ende. Zum Schluss wurde noch eine Gesprächsrunde gemacht, das jeder kurz erzählen konnte was er von diesen 2 Tage mitgenommen hat.

Es war wie immer eine großartige Runde. Bei diesem Projekt konnte man deutlich sehen, wie sehr man voneinander lernen kann. Die Studierenden von uns, dass man trotz teilweise schweren körperlichen Einschränkungen nicht auf ein glückliches Leben verzichten muss. Und die Betroffenen, dass man sich öffnen und auch Hilfe annehmen muss, ohne sich selbst aufzugeben. Jeder ist auf seinem Gebiet ein Experte. Der Therapeut auf seinem Wissensgebiet und der Betroffene auf seinem Körper.
Und miteinander ist man ein Team.

Susanne Hecl
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