
Auf Einladung des Österreichischen Behindertenrates durften wir am 16. Dezember als Vertreterinnen der ÖVMB am traditionellen Weihnachtsempfang beim Bundespräsidenten in der Wiener Hofburg teilnehmen.
Maryla Bozula, stellvertretende Landesstellenleiterin und ich waren vor Ort, um die Anliegen von Menschen mit Morbus Bechterew im Rahmen dieser bedeutenden Veranstaltung sichtbar zu machen. Das feierlich dekorierte Umfeld, die musikalische Begleitung durch die Gardemusik sowie den Chorus Primus der Wiener Sängerknaben und die zahlreichen Gäste aus unterschiedlichsten Behindertenorganisationen verliehen dem Abend einen besonders würdevollen Rahmen.
In ihren Ansprachen hoben Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Sozialministerin Korinna Schumann sowie Vertreterinnen des Behindertenrates die zentrale Bedeutung von Teilhabe, Barrierefreiheit und Inklusion hervor. Für uns als Selbsthilfeorganisation ist es wesentlich, dass auch Menschen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen – wie Morbus Bechterew – als Teil der Behindertenbewegung wahrgenommen werden und ihre Anliegen in der Öffentlichkeit Platz finden.
Ein besonderer Mehrwert der Veranstaltung lag im persönlichen Austausch abseits des offiziellen Programms. In Gesprächen mit Vertreterinnen anderer Organisationen wurde deutlich, wie viele Themen uns verbinden: von medizinischer Versorgung und Rehabilitation über berufliche Teilhabe bis hin zu sozialer Absicherung und barrierefreier Mobilität. Solche Begegnungen stärken nicht nur die Vernetzung innerhalb der Selbsthilfe, sondern schaffen auch eine gute Basis für zukünftige Kooperationen.
Ein Höhepunkt aus Sicht der ÖVMB war das Gespräch mit Sozialministerin Korinna Schumann, die sich sehr interessiert an den spezifischen Herausforderungen von Menschen mit Morbus Bechterew zeigte. Dabei konnten wir wichtige Themen ansprechen – unter anderem die Bedeutung einer frühen Diagnose, den Zugang zu geeigneten Therapieangeboten, den Stellenwert von Rehabilitation sowie die besondere Situation von Menschen mit chronischen Schmerzen im Berufsleben. Besonders erfreulich: Wir erhielten eine ausdrückliche Einladung zu einem weiterführenden Gespräch im Sozialministerium.
Diese Gesprächszusage ist für uns ein starkes und motivierendes Signal. Sie zeigt, dass die Anliegen der ÖVMB und ihrer Mitglieder auch auf politischer Ebene Gehör finden. Wir werden diese Chance nutzen, um unsere Erfahrungen und Forderungen gezielt einzubringen – mit dem Ziel, die Lebensbedingungen von Menschen mit Morbus Bechterew in Österreich langfristig zu verbessern.
Damit war der Weihnachtsempfang beim Bundespräsidenten weit mehr als ein festlicher Jahresabschluss: Er setzte ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung, eröffnete Raum für Dialog und kann zugleich als wichtiger Ausgangspunkt für weitere Schritte hin zu einer inklusiveren und sozial gerechteren Zukunft verstanden werden.
Wer sich selbst ein Bild von der Veranstaltung machen möchte, findet einen Bericht des Österreichischen Behindertenrates unter:
https://www.behindertenrat.at/aktuelles/news/menschen-mit-behinderungen-feiern-mit-dem-bundespraesidenten/
Manfred Mannhart
ÖVMB Landesstellenleiter Wien