Morbus Bechterew

Digi4All - barrierefreies Umsteigen neu gedacht

Werbeanzeige_v02

Barrierefreiheit ist eine zentrale Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Verkehr – besonders an Verkehrsknotenpunkten. In der Praxis bestehen jedoch weiterhin große Hürden: ungenau digital verortete Haltestellen, komplexe Doppel- und Mehrfachhaltestellen, fehlende oder schlecht gekennzeichnete barrierefreie Alternativen sowie unzuverlässige Informationen zu Aufzügen, Wegen oder Störungen. Vor allem für Menschen mit Behinderungen wird dadurch eine durchgängige, selbstbestimmte Reise oft erschwert.

Mit Blick auf die ab Juni 2025 verpflichtende Umsetzung des Barrierefreiheitsgesetzes (BaFG) – das die EU-Richtlinie 2019/882 in nationales Recht überführt – steigt der Handlungsdruck. Künftig müssen auch digitale Angebote im Personenverkehr, wie Apps, Websites und Ticketdienste, barrierefrei gestaltet sein.

Genau hier setzt Digi4All an: Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung einer innovativen digitalen Plattform, die das barrierefreie Umsteigen nachhaltig verbessert. Herzstück ist eine intelligente Assistenzlösung, die personalisierte Routenvorschläge auf Basis individueller Mobilitätsbedürfnisse erstellt. Dynamische Daten wie Aufzugsverfügbarkeiten, Fahrplanänderungen oder infrastrukturelle Einschränkungen werden in Echtzeit integriert, um Wegeketten zuverlässiger, effizienter und inklusiver zu machen.

Davon profitieren nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern auch ältere Personen, Reisende mit schwerem Gepäck oder Eltern mit Kinderwägen. Zudem berücksichtigt das Projekt genderspezifische Mobilitätsmuster, da unterschiedliche Lebensrealitäten auch unterschiedliche Anforderungen an Verkehrssysteme mit sich bringen. Durch die Verbindung von technologischer Innovation und partizipativer Entwicklung leistet Digi4All einen wichtigen Beitrag zu einem inklusiveren und nachhaltigeren öffentlichen Verkehrssystem – und macht klimafreundliche Mobilität für mehr Menschen zugänglich.

Jetzt mitmachen: Umfrage zu barrierefreiem Umsteigen

Im Rahmen des Projekts läuft aktuell eine Umfrage zu Herausforderungen und Bedürfnissen beim barrierefreien Umsteigen im öffentlichen Verkehr. Die Teilnahme hilft, reale Barrieren sichtbar zu machen und digitale Lösungen gezielt an den Bedürfnissen der Nutzer:innen auszurichten.

👉 Hier geht´s zur Umfrage

Jetzt an der Umfrage der TU-Wien - Institut der Verkehrswissenschaften teilnehmen und Erfahrungen einbringen und die Lösung von Anfang an mitgestalten! Die Umfrage ist bis 28. Februar 2026 online.

Teilnehmende Beobachtungsanalyse

In der Woche vom 16.02.-20.02.2026 führt die TU-Wien eine teilnehmende Beobachtungsanalyse am Bahnhof Meidling durch. Hierzu werden Interessierte gesucht, welche verschiedene Einschränkungsarten aufweisen. Die teilnehmende Beobachtungsanalyse ist als eine Art begleitender Spaziergang zu verstehen, welcher von einem Ausgangspunkt (z. B. Straßenbahnhaltestelle) zu einem Zielpunkt (z. B. Bahngleis) geht. Während des Spazierganges werden punktuelle Hürden notiert, Fragen gestellt und allg. mit den Betroffenen in einen Austausch gegangen; um eben die Umstiegssituationen langfristig zu verbessern. Die Projektleitung der TU-Wien würde sich freuen, wenn sie dabei Unterstützung bekommen könnten.
👉 Eine Anmeldung zu den Slots ist über folgenden Link möglich: https://www.termino.gv.at/meet/p/750c9d5778667eb2995b282954f06e9f-539830
Es ist mit einem Zeitaufwand von ca. 20-30 Minuten zu rechnen und wird mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt.

Text: Technische Universität Wien, Institut für Verkehrswissenschaften, Forschungsbereich Spurgebundene Verkehrssysteme