
Am 13. Februar 2026 hatten Maryla Boczula und ich die besondere Gelegenheit, an der Feier „30 Jahre universitäre Rheumatologie in Österreich“ im historischen Ambiente des Josephinums teilzunehmen.
Rückblick auf einen besonderen Tag
Die Jubiläumsfeier würdigte drei Jahrzehnte universitärer Rheumatologie in Österreich, drei Jahrzehnte, in denen sich Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen grundlegend verändert haben. In den Festvorträgen wurde der Bogen von den Anfängen der Abteilung für Rheumatologie an der MedUni Wien bis zu den aktuellen Herausforderungen und Erfolgen in Forschung und Versorgung gespannt. Besonders eindrücklich war, wie klar wurde, dass viele heute selbstverständliche Therapien Ergebnis jahrzehntelanger, hartnäckiger Forschungsarbeit sind.
Ein Schwerpunkt des Programms lag auf der Frage, wie Rheumatologie in den nächsten Jahren aussehen kann, medizinisch, digital und organisatorisch. Vorgestellt wurden neue Forschungsprojekte, etwa zu personalisierten Behandlungsstrategien und zur besseren Nutzung vorhandener Medikamente, die Patientinnen und Patienten schneller zu einer wirksamen Therapie führen sollen. In mehreren Beiträgen wurde betont, dass moderne Rheumatologie ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit und internationale Vernetzung nicht mehr denkbar ist.
Patientinnen als Forschungspartner
Besonders wichtig für uns als ÖVMB war, dass die Rolle von Patientinnen und Patienten in der Forschung explizit thematisiert wurde, ganz im Sinne der aktualisierten EULAR-Empfehlungen zur Beteiligung von Patient Research Partners (PRPs). Diese sehen vor, dass Betroffene als gleichwertige Partner in allen Phasen von Forschungsprojekten mitarbeiten – von der Formulierung der Forschungsfragen über das Studiendesign bis zur verständlichen Aufbereitung der Ergebnisse. PRPs bringen ihre eigene Krankheitserfahrung ein und tragen so dazu bei, dass Forschung näher an den tatsächlichen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten ausgerichtet ist.
Vernetzung und neue Kooperationen
Im Anschluss an die Vorträge bot sich beim Flying Dinner viel Raum für Gespräche mit Vertreterinnen der MedUni Wien, anderen Patienten Organisationen und jungen Forschenden. Dabei konnten wir neue Kontakte zur universitären Rheumatologie knüpfen und konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten, etwa im Rahmen von Projekten, die den Alltag mit rheumatischen Erkrankungen und patientenorientierte Versorgungskonzepte in den Mittelpunkt stellen. Besonders erfreulich: Wir haben verabredet, dass wir uns mit unserer Patientensicht aktiv an einem Forschungsprojekt beteiligen werden und dafür auf die bestehenden PRP-Schulungsangebote und Leitlinien der EULAR zurückgreifen können.
Was das für unsere Mitglieder bedeutet
Für unsere Arbeit in der ÖVMB bedeutet diese Feier mehr als eine festliche Veranstaltung: Sie markiert den Start einer engeren Zusammenarbeit mit der universitären Rheumatologie in Wien. Wenn Patientinnen und Patienten als Forschungspartner einbezogen werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Studienfragen, Messinstrumente und Ergebnisse wirklich das widerspiegeln, was im Alltag mit Morbus Bechterew und anderen rheumatischen Erkrankungen zählt. Damit leisten wir gemeinsam einen Beitrag zu einer Forschung, die nicht nur wissenschaftlich exzellent ist, sondern sich konkret in besserer Versorgung und Lebensqualität für Betroffene niederschlägt.
Manfred Mannhart