Türen öffnen – Wege ebnen / Berufseinstieg mit chronischer Erkrankung

 jugend
 
Nach der Pflichtschule stellt sich für die meisten Jugendlichen die Frage der richtigen Ausbildung.
Und hier stoßen Jugendliche mit Behinderung auf Grund mangelnder oder fehlender Angebote auf die größten Hürden.
Welcher Betrieb bildet einen Lehrling mit einer Behinderung aus?

In Österreich leidet ca. ein Drittel der  Bevölkerung über 15 Jahren an einer chronischen Erkrankung.
Die meisten Behinderungen aufgrund von chronischen Erkrankungen treten  aber erst im Laufe des Lebens auf.
Nur jeder dreißigste behinderte Beschäftigte ist jünger als 30 Jahre und trifft als chronisch Kranker beim
Berufseinstieg auf große Hürden. Mit einer Diagnose in das Berufsleben einzusteigen ist viel schwerer als
für Menschen, die schon länger im Berufsleben stehen und bei denen die Behinderung erst während des Berufslebens auftritt.

Den behinderten Berufseinsteigern fehlt ein wesentlicher Pluspunkt: „Für jeden Arbeitgeber ist es ein positives Signal,
wenn man im Einstellungsgespräch auf eine Berufskarriere hinweisen kann“. Es ist eine kleine Gruppe, die mit ihrem Handicap
ins Berufsleben einsteigen muss und mit der die Arbeitgeber meistens keine Erfahrung haben. Wer noch nicht bewiesen hat,
dass er trotz Behinderung den Arbeitsalltag und den Umgang mit Kollegen meistern kann, stößt auf große Zweifel im Einstellungsgespräch.
 
Gerlinde H.: „In den Gesprächen war die Haltung der Verantwortlichen sehr auf meine Behinderung fixiert.
Ich hatte das Gefühl, dass nicht meine Stärken im Vordergrund standen, sondern nur irgendwelche Probleme, die eventuell auftreten könnten.“

Aus der Erfahrung der Behinderten haben Arbeitgeber und Personalchefs hauptsächlich zwei Vorbehalte bei der Einstellung von Behinderten:
Die Angst, dass man sie - einmal eingestellt - nie wieder los wird – und „wie gehe ich mit chronisch Kranken um“.

 

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Berührungsängste lassen sich leider nicht so leicht durch Fakten ausräumen. Für Menschen mit Behinderung kommt es beim Berufseinstieg darauf an,
dass sowohl das kollegiale Arbeitsumfeld als auch die äußeren Rahmenbedingungen, wie z.B. der Arbeitsplatz-Zugang und die technische Ausstattung,
die volle Entfaltung seiner Leistungsfähigkeit ermöglichen.

„Niemand ist perfekt“, sagen wir oft aber es ist nur eine Worthülse. Die Gesellschaft ist vom Anspruch auf Perfektion, von voller Leistungsfähigkeit
und der Erfüllung von gesellschaftlichen Normen geprägt. Für die meisten Menschen fallen behinderte oder chronisch kranke Personen aus dieser Norm
und sie werden deshalb als „die Anderen“ oder einfach gar nicht wahrgenommen. Natürlich hängt das auch mit den Bildern zusammen,
die unser tägliches Leben prägen. Wer in der Werbung vorkommt, muss attraktiv, jung und schön sein. Ausgenommen es geht darum,
die Spendenfreudigkeit der Mitbürger zu wecken, dann ist dieses Anderssein ausdrücklich erwünscht. Wenn es um Menschen mit Behinderungen geht,
stehen nicht ihre Fähigkeiten, sondern immer nur ihre Defizite im Vordergrund.
 
Die Zahl der Menschen mit Behinderungen, die in Österreich offiziell arbeitslos gemeldet sind, liegt etwa bei 30.000 Personen.
Das sind rund 20 Prozent aller Arbeitsuchenden. Die Zahl tatsächlich Betroffener ist sogar noch deutlich höher.
Auch der jüngste Bericht des Sozialministeriums über die Lage der behinderten Menschen in Österreich kommt zu dem Befund:
Menschen mit Behinderungen sind häufiger und länger von Arbeitslosigkeit betroffen als nicht behinderte Menschen.“

Um ihnen den ersten Schritt in den Arbeitsmarkt zu erleichtern, gibt es unterschiedlichste Projekte und Maßnahmen, die meisten werden vom Sozialministerium-Service unterstützt. Die Frage nach dem richtigen Beruf ist schwierig zu beantworten.
Ganz besonders, wenn man am Ende einer Ausbildung steht oder man feststellt, dass man die Arbeit, die man bisher gemacht hat,
eventuell nicht mehr leisten kann.

Auch das Arbeitsmarktservice (AMS) unterstützt Jugendliche bei der Berufsorientierung mit einer Reihe von Angeboten.
In den Info-Zentren (BIZ) können sich Jugendliche über verschiedene Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten informieren.
Eine der wesentlichen Fragen ist für die Betroffenen der Umgang mit dem Thema Behinderung bei einer Bewerbung und dem
Vorstellungsgespräch. Dem Arbeitsuchenden ist es überlassen, ob er seine Behinderung ansprechen und offenlegen will.
Sofern die Eignung für den Beruf nicht durch die Behinderung beeinträchtigt wird, muss das Thema auch nicht angeschnitten werden.

Sollte man sich dafür entscheiden, die Behinderung anzusprechen, sollte dies möglichst ungezwungen geschehen.
Speziell auf seine Fähigkeiten und Stärken sollte man hinweisen. Gut könnte es sein, sich Informationen über technische Hilfsmittel
oder Arbeitsplatz-ausstattungen, die man benötigt, einzuholen und dem Gesprächspartner mitzuteilen, dass diese Hilfsmittel und
Ausstattungen auch gefördert werden können.
Bei der Zugehörigkeit zum Personenkreis der begünstigten Behinderten sollten Sie dies Ihren Arbeitgeber/innen wissen lassen.
Sie können dann auch die damit verbundenen Vorteile in Anspruch nehmen (z.B. Förderungen), zum anderen zerstören Sie so
nicht die notwendige Vertrauensbasis zu Ihren Arbeitgeber/innen.

Die Arbeitgeber/innen werden einmal im Jahr im Nachhinein vom Sozialministeriumservice darüber informiert,
welche begünstigten Behinderten in ihren Unternehmen beschäftigt sind.


   
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
   
 
 

 



 
   

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